Station 9/25 SCHUCH SPEICHER

Die Erbauung des historischen Speichers konnte lange Zeit nicht genau datiert werden. Anhand der Bauform und der damals verwandten Baumaterialien wurde das Baujahr auf die Mitte des 19. Jahrhunderts datiert. Zudem wurde anhand des Berufs bzw. Gewerbes der früheren Eigentümer gemutmaßt, für wen ein so großer Speicher erforderlich gewesen ist. Somit lässt sich auf einen dänischen Schiffszimmermeister aus Marstal auf der Insel Äroe schließen, der für sich und andere Eckernförder Reeder Schiffe baute und einen schwunghaften Handel mit Getreide, Buchweizen, Holz, Mauersteinen, Kalk und anderen Waren zwischen Eckernförde und verschiedenen Nord- und Ostseehäfen betrieb. Sicherlich war für die Zwischenlagerung ein Speicher in dieser Größenordnung erforderlich.

Und wie kam es zu dem Namen „Schuch-Speicher“?

Bereits 1828 hatte der Nagelschmied Johann-Friedrich Schuch an der Ecke Rosengang/Ottestraße eine sog. Nagelschmiede mit Lichtgießerei und Verzinkungsbetrieb (damals wurde jeder Nagel noch einzeln gefertigt!) gegründet. 40 Jahre später erweiterte sein Sohn, James Schuch, das Unternehmen um Kohlen- und Eisenwarenhandel. Der bisherige Standort erwies sich im Laufe der Jahre als zu klein. Um weiter zu „expandieren“, erwarb er das Grundstück „Kieler Straße 5“, das bis zum Rosengang führte. Genau datiert ist dann der Erwerb des Speichers im Jahr 1900. Seither ist der Name „Schuch-Speicher“ erhalten geblieben.

Im Jahr 2000 gab die Firma James Schuch den Speicher auf und verlegte einen Großteil seines Unternehmens an die südliche Stadtgrenze Richtung Rendsburg. Das Speichergebäude war inzwischen in einem desolaten baulichen Zustand und stand kurz vor dem Abriss. Das Land Schleswig-Holstein stellte das als „Einzelgebäude seltenen Bautyps von architektonischem, historischen und städtebaulichen Wert“ bezeichnete Bauwerk noch im selben Jahr unter Denkmalschutz.

Der Eckernförder Architekt Stefan Rimpf erwarb das Bauwerk noch im selben Jahr. Bei den dreijährigen aufwendigen und fachgerechten Sanierungsarbeiten konnte dann laut Inschrift auf einem Holzbalken 1847 als Baujahr genau datiert werden. Unter Wiederherstellung des ursprünglichen historischen Erscheinungsbildes wurden in dem ehemaligen Kornspeicher die erforderlichen Räumlichkeiten für ein Architekturbüro geschaffen. Dies brachte dem Planer und Eigentümer 2004 den Denkmalpflegepreis der Sparkassenstiftung Kulturdenkmale ein. Des Weiteren wurde der Umbau im Jahr 2013 Teil einer europaweiten Ausstellung für herausragende Industriedenkmäler.

Quellen:

Aufzeichnungen Cäcilie Dronske der Heimatgemeinschaft Eckernförde e.V.

Internetseite Architekturbüro Rimpf