
Wie schon bei der Station 15/25 „Alte Kaserne“ treffen wir hier erneut auf die wohlhabende Familie Otte, die im 18. Jahrhundert umfassend in Eckernförde tätig war. Überall in der Stadt erinnern neben einem Straßennamen, Gebäude, Stiftungen, Inschriften und Initialen an das Wirken der Ottes in Eckernförde.
Die gesamte Häuserreihe Ecke Kirchplatz/Kieler Straße/Langebrückstraße geht auf den Eckernförder Großkaufmann und Reeder Friedrich-Wilhelm Otte zurück. Seine Initialen F|W|O und die Jahreszahl 1765 (Jahr der Erbauung) sind von der Kieler Straße aus zu erkennen. Sie dienen als sog. Maueranker in der Fassade. Darunter versteht man eine meist aus Eisen geschmiedete Aussteifung zwischen den traditionellen Holzbalkendecken und dem Mauerwerk, die als so geschaffene Verbindung das Abkippen der Fassade verhindern. Im Falle des Domkruges geht die vorgeblendete Backsteingiebelfront dadurch eine gesicherte Verbindung mit der tragenden Fachwerkkonstruktion des gesamten Gebäudes ein. Der heutige Domkrug gehört zu einem aus mehreren Baukörpern bestehendes ehemaliges Wohn- und Geschäftshaus. Es wird davon ausgegangen, dass die Bebauung entlang des Kirchplatzes, der Kieler Straße (Domkrug und ehem. Commerzbank) und der Langebrückstraße (Otte-Speicher) eine Art dreiseitigen Handelshof bildeten. Der Zugang zu dem Hof mit den rückwärtigen Eingängen zur Bebauung in der Langebrückstraße ist auch heute noch vorhanden.
Der eigentliche Eingang zum Domkrug des heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes befand sich ursprünglich an der Giebelseite zur Kieler Straße, dort wo bereits seit vielen Jahren eine Textilreinigung ihren Standort hat. Hier begann schon ein Jahr nach dem Bau des Gebäudes bzw. dem Tod des Bauherrn der Handel mit Wein. Der Domkrug selbst hat eine über 100 Jahre lange Geschichte als Gasthaus in Eckernförde. Stets für gutes Essen bekannt, tagten hier so manche Stammtische. Neben den sog. Honoratioren der Stadt taucht hier nach Überlieferungen auch der bekannte Eckernförder Maler Max Streckenbach als häufiger Gast auf. Aber auch so manchem Kirchgänger wurde sicherlich der ein oder andere „Kirchenköm“ nach dem sonntäglichen Gottesdienst ausgeschenkt.
Erinnern Sie sich eigentlich noch an den „Körner und Tee“ Laden im Erdgeschoss neben der Durchfahrt in den Hof in den 1980er Jahren? Diesen werden wir noch an zwei späteren Stationen der Glanzstück-Reihe wiedertreffen.

