Station 14/25

Breit gelagerter, klar strukturierter Ziegelbau, zweigeschossig, großzügig durchlichtet mit Reihen breiter Segmentbogenfenster, sowie mit kräftig profiliertem Fassadenrelief. Hauptfassade zur Kieler Straße von flach vortretendem Mittelrisalit mit Portal und Freitreppe betont.

So beschreibt die zuständige Untere Denkmalpflegebehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde den beeindruckenden zweigeschossigen Backsteinbau in der Kieler Straße, der 1892 eingeweiht wurde. Ein Gebäude, das zu den modernsten Schulbauten seiner Zeit zählte und dessen Foto, laut Überlieferung, 1893 bei der Weltausstellung in Chicago prämiert wurde. Die ehemalige Knabenbürgerschule wurde 1949 nach dem langjährigen Schulleiter und Heimatforscher Willers Jessen in Willers-Jessen-Schule umbenannt.

Ein Gebäude mit langer schulischer Tradition bis 2013. Seitdem steht es leer, lediglich ein paar Interimsnutzungen für Teilbereiche des Gebäudes wurden dort zugelassen. Es gab verschiedene Konzepte in den letzten Jahren wie

  • die Einrichtung eines Kinos aufgrund des Wegfalls in der Kieler Straße
  • ein Haus der Vereine
  • die Umnutzung eines Kultur- und Ausstellungszentrums oder
  • ein möglicher Verkauf des Gebäudes.

Finanzielle oder wirtschaftliche Gründe, baurechtliche Vorgaben sowie politische Entscheidungen führten bislang zu keinem zielführenden Ergebnis. In den vergangenen Jahren wurden lediglich die notwendigsten Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt, was man dem Gebäude ansehen kann. Eine 2024 vorgestellte Machbarkeitsstudie mit barrierefreier gemeinschaftlicher Nutzung von Kinder Tagesstätte, Bistro, Coworking Bereich, sowie weiterhin Sitz der Eckernförde Touristik & Marketing GmbH und die Nutzung der Aula durch eine Tanzschule bleibt bislang nur Theorie. Die voraussichtlichen Kosten von über 10 Millionen Euro lassen der Stadt zurzeit keine Möglichkeit, diese weiterzuverfolgen. Momentan sollen Teilbereiche des Gebäudes für die gesetzlich vorgeschriebene Unterbringung Geflüchteter herangezogen werden, wenn andere Standorte innerhalb der Stadt Eckernförde nicht ausreichen sollten. Ob eine solche Nutzung diesem prägenden Gebäude an prädestinierter Stelle der Stadt gerecht wird, wird im Rahmen der Vereinsarbeit des Altstadtstadtvereins Eckernförde in Frage gestellt.