
Eckernförde wurde einst durch die Wasserflächen der Ostsee, des Windebyer Noores und der Verbindung dieser beiden Fläche, dem heutigen Hafen natürlich vor Angriffen geschützt. Im Süden übernahm ein Stadtgraben in Ost-/Westrichtung zwischen Noor und Ostsee diese Funktion. Dieser Stadtgraben verlief nördlich des heutigen Taterbergs. Auf der ältesten Ansicht Eckernfördes nach Braun/Hogenberg, die 1618 das erste Mal veröffentlicht wurde, ist dies bereits deutlich zu erkennen.
Der Bereich des Taterbergs lag im Mittelalter demnach vor der Stadt. Hier lebten zu der Zeit all diejenigen, denen es nicht erlaubt war, sich innerhalb der Stadtbegrenzung niederzulassen. Dies waren u.a. fremde Händler oder Leute mit zweifelhafter Herkunft, die man als „Tater“, fremdes und fahrendes Volk, bezeichnete.
Das Baujahr dieses Gebäudes ist nicht genau datiert, wird aber aufgrund der Bauweise und der verwandten Materialien um 1650 vermutet. Auch dieses Objekt steht unter Denkmalschutz und wird durch die zuständige Untere Denkmalpflegebehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde wie folgt beurteilt:
Der Denkmalschutz erstreckt sich auf das gesamte Gebäude, im Kern ein Wandständerhaus spätmittelalterlichen Typs mit Utlucht des 18. Jahrhunderts; im Inneren auf alle erhaltenen Teile der ursprünglichen Konstruktion und auf den Feldsteinkeller.
Die ursprüngliche Lage am Stadtgraben und der Feldsteinkeller lassen auf eine Absackung des Gebäudes und die daraus resultierende leichte Schieflage vermuten.
Heute wird der Taterberg als schnelle fußläufige Verbindung zwischen Kieler Straße und Jungfernstieg/Strand genutzt. So mancher Gast ist dann überrascht, dieses einzigartige Gebäude an dieser Stelle zu entdecken.

